Sprungziele

Keine Chance für Schockanrufer

  • Stadtleben
Zum Thema „Schockanrufe“ referierte PHK Franz Wenig (stehend, 2.v.l.) beim Seniorenbeirat der Stadt Teublitz. (Foto: Werner Artmann)

Mit dem aktuellen Thema „Callcenter-Betrug“, das insbesondere bei der älteren Generation „auf den Nägeln brennt“, befasste sich der Seniorenbeirat der Stadt Teublitz bei einem Vortragsnachmittag im Mehrgenerationenhaus. Dazu passte gleich die Mitteilung des Referenten und stellvertretenden Leiter der Polizeiinspektion Burglengenfeld, Polizeihauptkommissar (PHK) Franz Wenig, dass an diesem Tag gleich sechs „Schockanrufe“ zur Anzeige gebracht wurden. Seniorenbeiratssprecher Robert Wutz freute sich über das große Interesse von rund 60 Senior*innen bei diesem Vortragsnachmittag.

Wie PHK Wenig ausführte, versuchen die Täter*innen am Telefon, welche meist aus dem Ausland aus sogenannten Callcentern anrufen, ihre Opfer unter verschiedenen Vorwänden dazu zu bringen Geld- oder Wertgegenstände zu übergeben. Oft geben sich die Anrufer*innen dabei als Polizeibeamt*innen oder Behördenmitarbeiter*innen wie zum Beispiel Staatsanwälten aus. Sie schocken ihre Opfer am Telefon mit Mitteilungen wie: „Ihr Sohn / Ihre Tochter ist in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt, bei dem ein Mensch ums Leben gekommen ist. Die Inhaftierung ihres Angehörigen können Sie durch die Übergabe einer Kaution verhindern.“ Oder auch: „Ihr Sohn / Ihre Tochter ist bei einem Unfall verstorben, übergeben Sie bitte Geld damit die notwendigen Formalitäten geregelt werden können.“

In anderen Fällen geben sich die Anrufenden als nahe Angehörige wie Kinder oder Enkel der Angerufenen Person aus, geben vor, sich aktuell in einer Notlage zu befinden und bitten um Hilfe. Eine angerufene Frau aus dem Städtedreieck berichtete von einem solchen Anruf wie folgt: „Erst war ein Jammern, Wimmern und Weinen zu hören, danach schluchzte eine weibliche Person: Oma, ich hab' einen Unfall gehabt, dabei ist eine schwangere Frau ums Leben gekommen. Oma, bitte übergib 82.000 Euro, damit ich die Kaution zahlen kann und nicht eingesperrt werde.

Leider so PHK Wenig, sind die Täter leider immer wieder erfolgreich und erbeuten durch ihr skrupelloses Vorgehen teils hohe Geldbeträge oder größere Mengen Schmuck und andere Wertgegenstände.

Aktuell berichtet der Referent von sechs solcher neuen Fälle von Schockanrufen bei der Polizei Burglengenfeld. Drei der angerufenen Personen beendeten die Gespräche rasch, ohne dass es zu einer Forderung durch die Täter gekommen ist. Auch bei den drei restlichen Fällen kam es zu keinen Geldübergaben. Die angerufenen Personen durchschauten die Absicht der Anrufenden oder wendeten sich an Angehörige welche die Betrugsmasche erkannten. Auch anwesende Zuhörer*innen schilderten ihre Erlebnisse von solchen Schockanrufen.
 

Präventionsmaßnahmen der Polizei

Wie Franz Wenig berichtete, führt bereits seit mehreren Monaten die Polizei bayernweit Präventionsmaßnahmen zum Phänomen der Schockanrufe bzw. des sog. Callcenter-Betrugs durch. Auch die Polizei Burglengenfeld beteiligt sich seit Herbst des vergangenen Jahres an diesen Maßnahmen. Beamte der Polizeiinspektion haben im gesamten Städtedreieck Aufklärungsarbeit während der Seniorennachmittage geleistet, welche von den Städten und den evangelischen und katholischen Pfarreien organisiert wurden. Der direkte Kontakt mit Senior*innen zeigt erste Früchte, so wurde am Dienstag auch eine Seniorin aus Ponholz, welche an einer dieser Präventionsveranstaltungen teilnahm, durch die Betrüger kontaktiert. Die Dame erkannte die Masche der Betrüger schnell, sie ließ sich auf kein Gespräch ein und legte auf.

"Nicht mit meiner Oma, nicht mit meinem Opa", kurz #NMMO - ist der Name einer aktuellen Präventionskampagne an Schulen welche sich ebenfalls gegen Telefonbetrug richtet. Das Polizeipräsidium Oberpfalz hat diese neue Kampagne für seinen Bereich im Oktober vergangenen Jahres gestartet. Für diese Präventivmaßnahme wurden Verhaltenstipps, wie man bei Anrufen und Geldforderungen von Fremden reagieren sollte, auf Postkarten und Flyer gedruckt. Die Schüler*innen sollen die Karten mit zu den Großeltern nehmen und das Thema mit ihnen besprechen. In den kommenden Wochen werden die Postkarten auch an verschiedenen Schulen im Städtedreieck verteilt.
 

Das rät die Polizei

Wenn jemand anrufen sollte, lassen sie sich nicht unter Druck setzen, auch nicht durch angeblich dringende Ermittlungen zu einem Einbruch in der Nähe! Legen Sie einfach auf. Die echte Polizei fordert niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände von Ihnen, um Ermittlungen durchzuführen! Rufen Sie nie über die an Ihrem Telefon angezeigte Nummer zurück! Übergeben Sie nie Geld an Unbekannte! Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit! Wenden Sie sich im Zweifel an Ihre Polizei über Polizeinotruf 110 rund um die Uhr oder an die Beamten der Polizeiinspektion Burglengenfeld unter Telefonnummer 09471 7015-0.

Text: Werner Artmann

Alle Nachrichten

De-Mail ermöglicht eine nachweisbare und vertrauliche elektronische Kommunikation. Zudem kann sich bei De-Mail niemand hinter einer falschen Identität verstecken, denn nur Nutzer mit einer überprüften Identität können De-Mails versenden und empfangen.

Wenn Sie uns eine De-Mail an die oben angegebene Adresse senden möchten, benötigen Sie selbst eine De-Mail-Adresse, die Sie bei den staatlich zugelassenen De-Mail-Anbietern erhalten.

Informationen, Erläuterungen sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie auf der Website www.de-mail.de des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat. Über Ihre konkreten Möglichkeiten, De-Mail für die Kommunikation mit Unternehmen und Behörden zu nutzen, informiert Sie www.de-mail.info.