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Stadt Teublitz

Ein besonderer erster Schultag in Teublitz

Aus unserer Stadtgeschichte
Historische Schwarz-Weiß-Aufnahme des Teublitzer Schulhauses bei seiner Einweihung im Jahr 1950. Zu sehen sind die geschmückte Vorderseite sowie darunter eine Aufnahme der Rückseite des dreigeschossigen Gebäudes.

Die Sommerferien sind vorbei und das neue Schuljahr hat begonnen. Auch vor fast 70 Jahren warteten die Teublitzer Kinder auf ihren ersten Schultag nach den Ferien. 1957 war dieser allerdings ein ganz besonderer: Pünktlich zum Schulbeginn konnte der Erweiterungsbau der damaligen Volksschule eingeweiht werden. Stadtarchivar Dr. Thomas Barth blickt zurück auf eine Zeit, in der steigende Schülerzahlen, Raumnot und der allgemeine Aufbruch der Nachkriegsjahre die Entwicklung der Teublitzer Schulen prägten.

Ein Schulbeginn mit Hindernissen

Am Dienstag, 3. September 1957, begann in Teublitz das Schuljahr 1957/58 – verbunden mit einem Ereignis, auf das man lange gewartet hatte: Endlich konnte der Erweiterungsbau der Volksschule seiner Bestimmung übergeben werden.
Eigentlich hätte die Einweihung bereits zum Ende des vorherigen Schuljahres stattfinden sollen. Aufgrund baulicher Verzögerungen ließ sich der ursprünglich für den 31. Juli vorgesehene Termin jedoch nicht halten.

Einen Tag vor der Einweihung titelte die Burglengenfelder Zeitung: „Erweiterungsbau der Volksschule Teublitz fertiggestellt … Eine modern ausgestattete Erziehungsstätte in bester Lage“. Die Zeitung sprach von einem „denkwürdigen Tag“ und einer modernen und gesunden Erziehungsstätte, die der „aufstrebenden Industriestadt alle Ehre macht“. Die Wortwahl ist bezeichnend für die damalige Zeit. Zwölf Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs betonten Berichte über öffentliche Neubauten immer wieder Fortschritt, Aufbauwillen und soziale Verantwortung. Gerade neue Schulen standen sinnbildlich für den gesellschaftlichen Aufbruch der Nachkriegsjahre.
 

Dringend benötigter Platz für die Schulkinder

Das erste Schulhaus in Teublitz war 1925 entstanden. Der erste Bauabschnitt der heutigen Telemann-Grund- und Mittelschule wurde am 10. Januar 1950 eingeweiht. Der Neubau war dringend notwendig. Durch den Zuzug von Heimatvertriebenen und die geburtenstarken Jahrgänge herrschte nach dem Krieg große Raumnot. Vor der Einweihung wurden zwölf Volksschulklassen und vier Berufsschulklassen mit insgesamt 763 Schülerinnen und Schülern in vier verschiedenen Gebäuden und lediglich sieben Klassenzimmern unterrichtet.

Das neue Schulhaus brachte 1950 zwar eine deutliche Verbesserung, löste das Platzproblem aber nicht vollständig. Zwei Klassen mussten weiterhin außerhalb des neuen Gebäudes in der alten Schule in Saltendorf unterrichtet werden.

Beim Richtfest für den Erweiterungsbau am 26. November 1955 räumte der damalige Schulrat schließlich ein, dass der erste Bauabschnitt von Beginn an zu klein geplant gewesen war. Mit dem zweiten Bauabschnitt sollte nun der dringend benötigte zusätzliche Platz geschaffen werden.
 

Ein Endspurt bis zur Einweihung

Doch die Fertigstellung entwickelte sich zu einem regelrechten Endspurt. Obwohl die Einweihung bereits um mehrere Wochen verschoben worden war, liefen die Arbeiten noch kurz vor Schulbeginn auf Hochtouren. Unter anderem erhielt der Burglengenfelder Künstler Georg Weist den Auftrag, das Stadtwappen in der Schule anzubringen und im Treppenhaus das Wandbild „Elemente der Schöpfung“ zu gestalten.

Dass in diesen Jahren intensiv in Schulen investiert wurde, war kein Teublitzer Einzelphänomen. Aufgrund steigender Schülerzahlen entstanden vielerorts neue Schulhäuser. Auch im damaligen Landkreis Burglengenfeld wurden während der 1950er Jahre zahlreiche Neubauten verwirklicht und bestehende Schulen erweitert.

Für Teublitz markierte der 3. September 1957 schließlich einen wichtigen Schritt: Mit dem Erweiterungsbau erhielt die Volksschule den dringend benötigten zusätzlichen Raum. Zugleich erzählt die Geschichte des Schulhauses von einer Zeit, in der Teublitz wuchs und sich veränderte – und in der erhebliche Anstrengungen unternommen wurden, um den vielen Kindern angemessene Bedingungen zum Lernen zu bieten.
 

Quelle: Dr. Thomas Barth, Stadtarchiv Teublitz

Schwarz-Weiß-Aufnahme der Einweihungsfeier des Teublitzer Schulhaus-Erweiterungsbaus im Jahr 1957. Zahlreiche Schulkinder stehen dicht gedrängt vor den erwachsenen Gästen und verfolgen die Feier.
Schwarz-Weiß-Aufnahme der Einweihungsfeier des Teublitzer Schulhaus-Erweiterungsbaus im Jahr 1957. In der ersten Reihe sitzen mehrere Ehrengäste, dahinter verfolgen zahlreiche Erwachsene und Kinder die Feier.
Historische Schwarz-Weiß-Aufnahme der Erstklässler in Münchshofen im Schuljahr 1963/64. Die Kinder stehen mit ihren Schultüten in mehreren Reihen vor dem Schulgebäude.
Stadtarchiv im Städtedreieck

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