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Facetten des Faschings in der Region

Aus unserer Stadtgeschichte
Das historische Schwarzweißfoto zeigt einen Faschingszug im Jahr 1958, bei dem eine Musikgruppe in gestreiften Kostümen voran marschiert, gefolgt von zahlreichen Zuschauern und Teilnehmern entlang einer verschneiten Straße.

Der Fasching in der Region prägte besonders die 1960er- und 1970er-Jahre. Zeitungen, Anzeigenblätter und lokale Akteure griffen das närrische Treiben mit Humor, Satire und historischen Rückblicken auf. Dieser Beitrag aus der Stadtgeschichte beleuchtet diese Facetten vom Teublitzer Maschkerazug 1936 bis zu außergewöhnlichen Faschingsveranstaltungen der Nachkriegszeit.

In früheren Zeiten spielte der Fasching eine deutlich größere Rolle als heute. Besonders die 1960er- und 1970er-Jahre galten als ausgesprochen faschingsbegeistert. Damals erschienen in Tageszeitungen eigene Faschingsbeilagen, in denen lokale Ereignisse aus Regensburg, Schwandorf und dem Städtedreieck satirisch kommentiert wurden.

Auch die Burglengenfelder Zeitung griff das närrische Treiben auf. Am Faschingsdienstag 1970 berichtete sie humorvoll über die bevorstehende Landratswahl: Staatssekretär Franz Sackmann habe dem Landratsamt „frischen Wind“ geschickt. Landratsstellvertreter Hans Schuierer solle diesen symbolisch zum Fenster hinauslassen – mit der Begründung, man produziere selbst genug Wind.

Historische Rückblicke im Städtedreieck

Das kostenlose Anzeigenblatt „Städtedreieck“ widmete sich Anfang 1979 vollständig dem Thema Fasching. Unter dem Titel „Fasching im Städtedreieck 1594–1979“ wurde jedoch bereits eine zunehmende Faschingsmüdigkeit beklagt. Der Rückblick reichte bis ins Jahr 1594, als die pfalz-neuburgische Landesregierung vergeblich versuchte, „Mummerey“, Verkleidung und übermäßige Feiern zu verbieten.

Ein Beitrag des Teublitzer Stadtrats und Ortsheimatpflegers Michel Meier schilderte den „Teiblitzer Maschkerazug“ von 1936, der in der Kernstadt bis 1979 der einzige blieb. In eingemeindeten Ortsteilen wie Saltendorf fanden hingegen eigene Umzüge statt, etwa 1958.
Der Umzug von 1936 bestand aus fantasievollen Elementen: einem improvisierten Zirkus mit einem von Ziegenböcken gezogenen Handwagen, einem „Tanzbären“ mit Treiber, einem Bauernkammerwagen mit Braut und Mitgift (die Braut wurde traditionsgemäß von einem Mann dargestellt) sowie einer maskierten Blaskapelle. Ein starker Regenschauer beendete den Zug jedoch frühzeitig.

Fasching nach dem Krieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es in Teublitz keine weiteren Faschingszüge mehr. Dennoch berichtete die Burglengenfelder Zeitung am 20. Februar 1962 unter der Überschrift „Der Teublitzer Fasching kommt immer mehr auf Touren“ über zahlreiche Faschingsbälle von Vereinen und Stammtischen.

Besonders originell war ein sogenannter „Ball auf amerikanisch“ im „Amerika-Viertel“. Für den 25. Februar 1962 wurde auf Englisch zu einem „american quarter fancy-ball“ eingeladen. Tatsächlich handelte es sich um einen Kostümball mit Westernverkleidungen, zu dem ausschließlich Anwohnerinnen und Anwohner der Park-, Erlen- und Premberger Straße in Teublitz Zutritt hatten.

 

Quelle:Dr. Thomas Barth, Stadtarchiv

  • Stadtarchiv im Städtedreieck

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