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Stadt Teublitz

Jugendheim in den 50er Jahren: Ein Vorläufer des heutigen Jugendtreffs

Aus unserer Stadtgeschichte
Eine historische Schwarz-Weiß-Aufnahme zeigt einen Redner mit Baskenmütze, der während der Eröffnungsfeier vor einer großen Menschenmenge spricht. Um ihn herum stehen Erwachsene und Jugendliche, während zahlreiche Besucherinnen und Besucher aufmerksam zuhören.

Vor 40 Jahren bestellte die Stadt Teublitz erstmals zwei Jugendbeauftragte und engagiert sich seitdem kontinuierlich in der offenen Jugendarbeit. Für Stadtarchivar Dr. Thomas Barth ein passender Anlass, den Blick in die Vergangenheit zu richten. Wie er erläutert, wird das Thema Jugendarbeit nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erst in den 1950er Jahren wieder greifbar.

Das erste öffentliche Jugendheim im Landkreis

Im Stadtarchiv finden sich mehrere Akten zur „Errichtung eines Jugendheims im alten Feuerwehrhaus“ aus dem Jahr 1953. Die damalige Burglengenfelder Zeitung berichtete im Januar 1954 unter der Überschrift: „Teublitz eröffnete das erste öffentliche städtische Jugendheim im Landkreis Burglengenfeld.“ Als Leitmotiv wählte man den Liedtitel „Wir sind jung, die Welt ist offen“, der gut sichtbar an die Wand des Jugendheims gemalt wurde.

An der Eröffnungsfeier nahm auch der Schwandorfer Landtagsabgeordnete Franz Sichler teil. In seiner Ansprache betonte er, „dass in diesem Heim die Jugend im Geiste des Fortschrittes und der Demokratie heranwachsen möge“. Besonders hervorgehoben wurde im damaligen Zeitungsbericht, dass es sich um eine offene Einrichtung handelte, die weder konfessionell noch organisatorisch oder parteipolitisch gebunden war.
 

Ein Treffpunkt für Freizeit, Kultur und Gemeinschaft

Obwohl das Jugendheim räumlich eher bescheiden ausfiel, bot es den jungen Besucherinnen und Besuchern zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten. Zur Ausstattung gehörten unter anderem eine Tischtennisplatte, eine kleine Bibliothek, Brettspiele, eine Pflanzen- beziehungsweise Blumenpresse sowie Bastelwerkzeuge. Sogar ein Kasperltheater war vorgesehen. Bereits der Zeitungsbericht schloss jedoch mit der mahnenden Bitte, die wertvolle Einrichtung sorgsam zu behandeln.

Auch die Heimordnung legte großen Wert auf einen pfleglichen Umgang mit dem Inventar. Die Jugendlichen sollten ihre Freizeit nutzen, um „im geselligen Beisammensein die Güter der Kultur“ zu pflegen. Rauchen war daher ebenso untersagt wie andere Verhaltensweisen, die diesem Anspruch widersprachen. Musik spielte damals nur eine untergeordnete Rolle – außer einer Gitarre standen weder weitere Instrumente noch Schallplatten zur Verfügung.

Das Jugendheim bot Platz für etwa 25 bis 30 Jugendliche. Der Wandschmuck mit Darstellungen der Rathäuser von Breslau und Reichenberg deutet zugleich darauf hin, dass die Einrichtung auch der Integration der zahlreichen Heimatvertriebenen dienen sollte.
 

Ort der Begegnung für Vereine und Jugendliche

In den folgenden Jahren wurde das Jugendheim von unterschiedlichen Gruppen genutzt. Dazu gehörten die „Falken“, die DJO („Deutsche Jugend des Ostens“), die Jugendgruppe der IG Metall sowie eine Tischtennisgruppe des ARKB „Solidarität“. Im Jahr 1962 veranstaltete dort sogar der Rassegeflügelzuchtverein eine Ausstellung. In einem Schreiben an die Stadt regte der Verein eine Erweiterung der Räumlichkeiten an und schlug vor, dafür die Freibank zu verlegen. Diesem Wunsch schlossen sich auch die Kaninchenzüchter, der Reisetaubenverein und die Fotoamateure an.

Tatsächlich wurde das Jugendheim später erweitert, obwohl die Fotoamateure ihren Antrag zwischenzeitlich zurückgezogen und ihre Ausstellungen in den Saal der Gastwirtschaft Rauch verlegt hatten. Vier Jahre später wandte sich jedoch die Fahrschule Hauptig mit der Bitte an die Stadt, die Räume künftig für den theoretischen Unterricht nutzen zu dürfen. Zur Begründung hieß es, das Jugendheim stehe inzwischen weitgehend leer.

Bereits 1958 hatte es Diskussionen über den Zustand der Einrichtung gegeben. Die Jugendlichen trafen sich zeitweise ohne Aufsicht im Jugendheim, was dem Inventar und den Räumlichkeiten nicht immer zuträglich war. Um sich einen Überblick über Schäden und Verluste zu verschaffen, ließ die Stadt schließlich eine umfassende Bestandsaufnahme der Einrichtung und der Bücherei durchführen. Gerade diese Inventarlisten geben heute einen aufschlussreichen Einblick in die Freizeit- und Jugendkultur der 1950er Jahre in Teublitz.
 

Quelle:Dr. Thomas Barth, Stadtarchiv

Ein historisches Schwarz-Weiß-Foto zeigt einen Aufenthaltsraum des Jugendheims. Mehrere schlichte Holztische und Stühle sind aufgestellt, auf einem Tisch liegen ein Schachspiel und weitere Gesellschaftsspiele. Die Einrichtung wirkt einfach, aber gemütlich.
Eine weitere historische Schwarz-Weiß-Aufnahme zeigt den Innenraum des Jugendheims aus einer anderen Perspektive. Mehrere Tische und Stühle stehen im Raum, an den Wänden befinden sich Garderobenhaken. Durch das Fenster fällt Tageslicht in den Aufenthaltsbereich.
Eine historische Schwarz-Weiß-Aufnahme aus erhöhter Perspektive zeigt eine große Menschenmenge vor dem Jugendheim. Erwachsene, Jugendliche und Kinder bilden einen Kreis um mehrere Redner. Die Straße und die umliegenden Gebäude sind dicht mit Besucherinnen und Besuchern gefüllt.
Eine historische Schwarz-Weiß-Aufnahme zeigt zahlreiche Menschen, die sich vor dem damaligen Jugendheim in Teublitz versammelt haben. Vor dem Gebäude weht eine große Fahne an einem Mast. Erwachsene und Kinder stehen dicht gedrängt entlang der Straße und warten auf die Eröffnung des neuen Treffpunkts.
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