Saltendorf an der Naab
Saltendorf wurde 1968 offiziell 800 Jahre alt, ist aber tatsächlich noch älter. Erste Erwähnungen stammen aus den Jahren 1120–1140 in Klosterschriften von Prüfening. Der slawische Ursprung des Ortsnamens deutet darauf hin, dass hier schon vorher Menschen lebten. Auch das Naabtal war seit der Altsteinzeit durchgehend besiedelt. Der Ortsteil Kuntsdorf wurde erstmals 1234 urkundlich erwähnt.
Im Mittelalter gehörte Saltendorf zur Pfarrei Wiefelsdorf. Bereits im 14. Jahrhundert wurde die dortige Kirche ein bedeutender Marien-Wallfahrtsort. Urkundlich belegt ist die Wallfahrt seit 1368. Über die Jahrhunderte wurde die Kirche mehrfach umgebaut, zuletzt 1892. 1968 feierte man ein Doppeljubiläum: 800 Jahre Saltendorf und 600 Jahre Wallfahrt.
Von 1505 bis 1620 gehörte Saltendorf zum Fürstentum Pfalz-Neuburg. 1542 wurde es evangelisch, 1620 kehrte es zum katholischen Glauben zurück. Im Gegensatz zu Nachbarorten wie Teublitz waren die Saltendorfer freie Bauern, was ihr Selbstbewusstsein prägte. Das Dorf blieb landwirtschaftlich geprägt und war lange kirchlicher und schulischer Mittelpunkt der Region. 1876 wurde hier das Standesamt für Teublitz und Saltendorf eingerichtet, das erst 1968 nach Teublitz verlegt wurde.
Durch das Wachstum von Teublitz wurde Saltendorf 1978 eingemeindet. Bereits 1972 hatte es den Zusatz „an der Naab“ erhalten, um Verwechslungen zu vermeiden. Im früheren Schulgebäude befindet sich heute ein Mehrgenerationenhaus (seit 2018).
Überregionale Bekanntheit erlangte Saltendorf Ende des 18. Jahrhunderts durch Flintensteine aus einem Steinbruch, die für Waffen in den napoleonischen Kriegen genutzt wurden. Zudem stammen die Vorfahren des Barockkomponisten Georg Philipp Telemann mütterlicherseits aus dem Ort – deshalb finden seit 1978 regelmäßig Telemann-Konzerte in der Wallfahrtskirche statt.
In den 1960er Jahren gab es Pläne für eine Flugzeugfabrik und einen Flughafen, die jedoch scheiterten, da der Initiator des Projekts, Ing. Martin Joachim Dahmen, bankrott ging und nach Ägypten floh. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs Saltendorf durch den Zuzug von Arbeitern der Maxhütte weiter und verschmolz zunehmend mit Teublitz.
Mehr Informationen zum Stadtteil Saltendorf finden Sie unter saltendorf-naab.de.
Sie haben Interesse an der Dorferneuerung Saltendorf? Informationen dazu finden Sie hier.