Saltendorf an der Naab

Obwohl Saltendorf im Jahre 1968 sein 800-jähriges Gründungsjubiläum feierte und 2018 die 850. Wiederkehr der ersten urkundlichen Erwähnung anstand, ist das Pfarrdorf Saltendorf tatsächlich noch älter:

Neuere Forschungen belegen, dass der Ort in den Traditionen des Klosters Prüfening erwähnt wird, die zwischen 1120 und 1140 niedergeschrieben wurden. Da sich der Ortsname auf slawische Ursprünge zurückführen lässt, liegt nahe, dass hier bereits vorher eine Siedlung bestand. Es kann davon ausgegangen werden, dass das gesamte Naabtal seit der Altsteinzeit kontinuierlich besiedelt war. Der Ortsteil Kuntsdorf wird dagegen zum ersten Mal im ersten bayerischen Herzogsurbar (Abgabenverzeichnis) erwähnt, das um 1234 angelegt wurde.

Saltendorf gehörte im Mittelalter zur (Ur-)Pfarrei Wiefelsdorf.  Bereits im 14. Jahrhundert entwickelte sich die hier am Beginn des Jahrhunderts errichtete Kirche zu einem bedeutenden Marien-Wallfahrtsort. Im Verlauf der Jahrhunderte wurden das Kirchenschiff und der Glockenturm mehrmals umgebaut und erweitert, zuletzt 1892. Urkundlich nachgewiesen  wird diese Wallfahrt erstmals 1368, so dass die politische Gemeinde und die Pfarrgemeinde 1968 ein Doppeljubiläum feiern konnten (800 Jahre Saltendorf – 600 Jahre Wallfahrt). Wie das gesamte Landrichteramt Burglengenfeld (aus dem später der Landkreis Burglengenfeld hervorging) gehörte Saltendorf ab 1505 zum Fürstentum Pfalz-Neuburg (auch Junge Pfalz genannt) und wurde 1542 evangelisch. Die Rückkehr zum katholischen Glauben erfolgte erst 1620.

Ebenso wie in Premberg handelte es sich aber bei den Bewohnern von Saltendorf um keine Hofmarksuntertanen wie im Falle von Teublitz und Münchshofen, sondern um freie Bauern, die nur der Landesherrschaft unterworfen waren. Dies prägte die Mentalität der Saltendorfer bis in das 20. Jahrhundert: Das kleine Dorf blieb ein ländlich geprägter Ort mit agrarischen Strukturen, dass sein Selbstbewusstsein aus der Tatsache bezog, dass hier der Sitz der Pfarrkirche, der Pfarrei, des Friedhofs und der Schule lagen. Obwohl die Nachbargemeinde Teublitz dank der nahe gelegenen Maxhütte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sehr viel schneller wuchs und bevölkerungsmäßig Saltendorf überrundete, blieb es der kirchliche und schulische Mittelpunkt, so dass hier auch 1876 das Standesamt für Teublitz und Saltendorf angesiedelt wurde. Erst 1968 erfolgte die Verlegung in das viel größere Teublitz. Die Stadt Teublitz (Stadterhebung 1953) verfügte seit Beginn der 20er Jahre über eine eigene Schule, seit 1926 über ein eigenes Standesamt und seit 1929 über eine eigene Pfarrei. Obwohl 1963 zusammen mit Premberg noch eine neue Schule gebaut worden war, zeichnete sich in diesen Jahren die Eingemeindung nach Teublitz ab. Diese erfolgte erst 1978, nachdem 1972 durch die Gründung des Landkreises Schwandorf noch eine Umbenennung des Ortsnamens notwendig geworden war: Da jetzt im Landkreis zwei Orte mit dem Namen Saltendorf vorhanden war, wurde der Name zu „Saltendorf an der Naab“ erweitert, um Missverständnisse auszuschließen. Bereits 1963 und 1972 wurden die Ortsteile Wölland und Augustenhof von Saltendorf nach Burglengenfeld umgemeindet. Im früheren Schulgebäude von Saltendorf befindet sich übrigens inzwischen das neue Mehrgenerationenhaus der Stadt Teublitz, das 2018 eingeweiht wurde.

Überregionale Bedeutung erlangte der Ort durch die Entdeckung von Flintensteinen in einem Steinbruch am Ende des 18. Jahrhunderts, die im nahe gelegenen Burglengenfeld bis 1808 in einer Manufaktur weiterverarbeitet wurden und in den Koalitionskriegen (napoleonische Kriege) keine geringe Bedeutung gespielt haben dürften.

Auch die Vorfahren des berühmten Barockkomponisten Georg Philipp Telemann stammen mütterlicherseits aus Saltendorf, so dass seit 1978 in der Wallfahrtskirche „Mariä Heimsuchung“ regelmäßig Telemann-Konzerte stattfinden.

Um 1960 wäre Saltendorf beinahe auch Sitz einer Flugzeugfabrik und eines Flughafens geworden. Da sich allerdings der Initiator des Projekts, Ing. Martin Joachim Dahmen, als Bankrotteur herausstellte, der vor seinen Schulden nach Ägypten flüchtete, wo er sich dem Militär andiente, kam das Projekt nicht zustande. Saltendorf blieb ein ländlich geprägter Ort, der allerdings nach dem 2. Weltkrieg durch den Zuzug von Arbeitern der benachbarten Maxhütte rasch größer wurde und mit Teublitz immer mehr zusammenwuchs.

Badestelle Saltendorf
Kapelle Saltendorf
Saltendorf a.d. Naab
© Michael Aschenbrenner
Saltendorf a.d. Naab
© Michael Aschenbrenner© Michael Aschenbrenner

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