„Erdäpfelgraben“: Kartoffelernte in Teublitz um 1950

  • Geschichte

Kartoffeln spielten in früheren Zeiten für die Ernährung eine herausragende Rolle: Am Sonntag wurden Kartoffelknödel zubereitet, an Werktagen „Datscherln“ oder Fingernudeln. Alternativ gab es oftmals eine Kartoffelsuppe.

Da viele Familien im Nebenerwerb Landwirtschaft betrieben, konnte eine gute Kartoffelernte die Ernährung der gesamten Familie über den Winter sicherstellen. Zusätzlich legte die damalige Bevölkerung, vor allem wenn sie am Bau oder in der Maxhütte körperlich harte Arbeit zu verrichten hatte, immer auch Wert auf Fleisch und Wurst. Umso wichtiger war die Sicherstellung einer guten Ernte, da auch Schweine zum Teil mit Kartoffeln gefüttert wurden.

In Saltendorf belegt eine Bodennutzungserhebung aus dem Jahre 1938 (Stadtarchiv Teublitz: Altgemeinde Saltendorf 765/8), dass mindestens ein Viertel der Anbaufläche mit Kartoffeln bepflanzt wurde. Gefährlich für eine ausgiebige Ernte wurde damals der Kartoffelkäfer. In Deutschland trat er bereits Ende des 19. Jahrhunderts auf, wurde aber spätestens in den 30er Jahren zum schwerwiegenden Problem. Sowohl im Ersten als auch Zweiten Weltkrieg sowie im Kalten Krieg diente der Käfer als Propagandavehikel: Der jeweilige Kriegsgegner führte angeblich immer einen „biologischen Krieg“, indem er durch Flugzeuge Käfer verbreitete.

Die Ernte erfolgte damals durch menschliche Arbeitskräfte. Auf den Einsatz von Maschinen wurde weitgehend verzichtet. In Verzeichnissen der Schul-Versäumnisse tauchte auch um 1900 in den Herbstmonaten vermehrt immer wieder „Kartoffelklauben“ als Entschuldigungsgrund für schulpflichtige Kinder auf. Erst durch die Landflucht zu Beginn der Bundesrepublik Deutschland, sahen sich Landwirte gezwungen, in die Mechanisierung zu investieren. Das hatte durch mehr Effizienz zur Folge, dass die Erträge aus der Erne stark anstiegen.

Text: Dr. Thomas Barth, Stadtarchiv Teublitz

Quelle: Ludwig Schoyerer
Die Frauen H. Schoyerer, Jobst, A. Bachmann und Stahl (v.l.n.r.) auf der „Summerbauernwiese“ hinter dem heutigen Katholischen Kindergarten „Herz-Jesu“ in der Dollingerstraße. (Quelle: Ludwig Schoyerer)
Quelle: Stadtarchiv Teublitz
Werbung für eine Kartoffelkäferspritze (um 1950). Die Mechanisierung war hier nur teilweise erfolgt, weil der Landwirt noch ein Pferdegespann verwendete. (Quelle: Stadtarchiv Teublitz)
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